Research

Ratschläge zur Geldanlage
January 12, 2015

Allheilmittel ETF? Depotanalyse zeigt, wovon Anlageerfolg wirklich abhängt

Indexfonds, auch ETF genannt, werden als optimales Produkt von vielen empfohlen.(1) ETF sind kostengünstiger als aktiv gemanagte klassische Fonds, haben langfristig meist eine bessere Performance und erlauben eine einfache Diversifikation. Damit investieren Anleger nicht in einzelne Aktien, sondern in einen breiten Korb von Aktien. Dies reduziert das Risiko deutlich, da Anleger durch die Streuung nicht vom Wohl und Wehe einer Firma abhängen. Auch wir sehen ETF als einen wichtigen Grundbaustein für die Vermögensanlage.(2)

Hat die zunehmende Verbreitung von ETF aber wirklich Anlegern geholfen, d.h. ist die Portfolioperformance der Anleger, die ETF verwenden besser geworden? Eine kürzlich veröffentlichte Studie von fast 7000 Kundendepots in Deutschland gibt ein enttäuschendes Ergebnis: Kunden, die ETF verwenden, erzielen im Durchschnitt ein schlechteres Ergebnis als andere Anleger. Warum ist dies der Fall? Weil es nicht so sehr auf das Produkt ankommt, sondern auf das Anlegerverhalten!

Privatanleger, die ETF in ihrem Depot einsetzten, hatten im Durchschnitt eine um -2,1% schlechtere Performance pro Jahr als Anleger ohne ETF. Die breitangelegte Studie wurde durchgeführt von drei Universitäten in Zusammenarbeit mit einer der größten Direktanlagebanken in Deutschland. Das Ergebnis zeigt leider, dass Do-It-Yourself bei den meisten Privatanlegern nicht funktioniert, selbst wenn Anleger auf optimale Produkte wie ETF zurückgreifen können. Die Studie ergab, dass die schlechten Ergebnisse nicht auf das Produkt als solches zurückzuführen waren, sondern auf das Anlegerverhalten. Die niedrigeren Kosten und leichte Handelbarkeit von ETF verleiten Anleger dazu, häufiger zu kaufen und zu verkaufen. Da viele Privatanleger sich unbewusst von Emotionen leiten lassen, wird oft zum falschen Zeitpunkt ge- und verkauft.

Das Ergebnis ist letztlich vielen Anlegern nur zu bekannt, wenn sie ehrlich zu sich selbst sind. Die Rendite des eigenen Depots ist in den meisten Fällen deutlich schlechter als die Rendite der Anlagekategorien in denen sie investieren. Das Anlegerverhalten erklärt den Großteil des Unterschieds zwischen der Anlage-Rendite und der Anleger-Rendite. Studien in Amerika haben gezeigt, dass Anleger im Durchschnitt 3%-5% pro Jahr hinter der Rendite der Anlageklasse liegen, in denen sie investieren. (3)

20y private investor return average below major asset classes

Die enttäuschenden Renditen der meisten Privatanleger erklären auch Aussagen wie “mit Aktien konnte man doch in den letzten Jahren nichts verdienen”. Diese Aussage ist leider oft richtig was die eigene Rendite im Depot anbelangt, aber sie spiegelt nicht die Realität der Aktienmärkte wieder. Nimmt man einen breiten Index als Referenz wie z.B. den MSCI All Country World Index (ACWI), der immerhin 46 Länder und mehr als 2400 Unternehmen beinhaltet, so zeigte dieser über die letzten 10 Jahre eine jährliche Rendite von 8% auf (in Euro). Trotz Krisen wie in 2008. Zur Verdeutlichung, 8% pro Jahr bedeutet, dass das angelegte Vermögen sich nach 10 Jahren mehr als verdoppelt. (4)

MSCI ACWI

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Quellen:
(1)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/indexfonds-aktien-als-anfaenger-richtig-in-fonds-anlegen-a-996406.html
http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/ratgeber-hintergrund/indexfonds-was-kostet-die-welt/8941324.html
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/deutschland-lernt-sparen/deutschland-lernt-sparen-das-muessen-sie-kaufen-13253762.html
(2)
http://www.ipanema-capital.com/research/etf-das-beste-ergebnis-seit-10-jahren-relativ-zu-aktiv-gemanagten-fonds
http://www.ipanema-capital.com/research/aktiv-gemanagte-fonds-oder-etfs
(
3)
http://www.dalbar.com/
https://www.jpmorganfunds.com/
(4)
http://www.msci.com

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