Research

Ratschläge zur Geldanlage
March 20, 2014

Die wichtigsten Lehren aus Warren Buffetts Aktionärsbrief

Warren Buffett gilt zu Recht als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt. Hätte ein Anleger in 1990 in seiner Aktie Berkshire Hathaway $100.000 investiert, wären daraus heute $2,7 Millionen geworden. Dies entspricht einer jährlichen Rendite von 15%, während der S&P Index (mit Dividenden) im gleichen Zeitraum ‚nur‘ eine jährliche Verzinsung von 9% aufweist(1).

Buffett last 24y performance

Aufgrund dieser herausragenden Performance ist es für uns jedesmal von grösstem Interesse, wenn Warren Buffett am Anfang eines Jahres seinen Aktionärsbrief veröffentlicht.

Was sind diesmal die wichtigsten Schlussfolgerungen, die wir aus seinem neuesten Aktionärsbrief ableiten können?

1. US Banken stellen mit Abstand die grösste Gewichtung in seinem Portfolio dar. Mehr als 40% der Aktien (incl. Optionen) sind in diesem unpopulären Sektor. Aber unpopulär heisst in den meisten Fällen billig, und billig bedeutet in den meisten Fällen gute langfristige Renditechancen.

2. Performancezahlen über die letzten 1, 2 oder 3 Jahre sind ein schlechter Ratgeber bei der Auswahl von Investmentprodukten. Viele Investoren suchen Fonds danach aus, wie sie in der nahen Vergangenheit abgeschnitten haben. Dies ist verständlich, weil diese Zahlen einfach zu finden sind und der Gedanke naheliegt, damit eine objektive Anlageentscheidung zu treffen. Aber selbst ein erfolgreicher Anleger wie Warren Buffett hat in mehreren Jahren schlechter abgeschnitten als ein Vergleichsindex wie der S&P 500(2).

JahrBuchwert pro Aktie %S&P500+Dividende %Relative Performance
2000+6,5%-9,1%+15,6%
2001-6,2%-11,9%+5,7%
2002+10,0%-22,1%+32,1%
2003+21,0%+28,7%-7,7%
2004+10,5%+10,9%-0,4%
2005+6,4%+4,9%+1,5%
2006+18,4%+15,8%+2,6%
2007+11,0%+5,5%+5,5%
2008-9,6%-37,0%+27,4%
2009+19,8%+26,5%-6,7%
2010+13,0%+15,1%-2,1%
2011+4,6%+2,1%+2,5%
2012+14,4%+16,0%-1,6%
2013+18,2%+32,4%-14,2%

In den letzten 14 Jahren wies Warren Buffett in 6 Jahren eine schlechtere Performance als der S&P 500 auf. Dennoch, worauf es wirklich ankommt, ist die langfristige Performance. Hier ist Warren Buffett weiterhin mit Abstand besser, wenn man sich die annualisierte Performance über die letzten 14 Jahre ansieht(3):

JahrBuchwert pro Aktie %S&P500+Dividende %Relative Performance
2000-2013+9,7%+4,7%+5,0%

Merke: Bei der Entscheidung für oder gegen ein Anlageprodukt ist es wichtiger den Anlageprozess des Fondsmanagers zu verstehen, als irgendwelchen kurzfristigen Performancezahlen hinterherzurennen. Leider haben viele Anlageberater scheinbar nichts besseres zu tun, als Anleger ständig in das nächste vermeintlich ‚heisse‘ Produkt zu treiben, wahrscheinlich weil ihr Geschäftsmodell auf Provisionen aufgebaut ist und damit falsche Anreize setzt. Aber auch die Wirtschaftspresse in Deutschland trägt ihren Anteil dazu bei, schliesslich betreibt selbst die FAZ eine Kolumne „Was läuft am Markt“, in der die wöchentlichen (!) Performancespitzenreiter in der Fondsbranche diskutiert werden.

3. Obwohl Buffett über einen langen Zeitraum den amerikanischen Aktienmarkt so deutlich geschlagen hat, empfiehlt er dennoch, dass die meisten Leute besser einen kostengünstigen Index-Fonds (ETF) kaufen sollten und nicht einen aktiv gemanagten Fonds. Buffett schreibt in seinem Aktionärsbrief, dass er im Testament an seine Frau verfügt hat, dass ihr Geld nach seinem Ableben zu 90% in einen Aktien Index Fonds und zu 10% in kurzlaufende Staatsanleihen investiert werden soll. Wenn selbst der erfolgreichste aktive Investmentmanager empfiehlt, einen S&P500 Index ETF zu kaufen und nicht einen aktiv gemanagten Fonds, sollte wir vielleicht davon Notiz nehmen. Beeindruckend ist auch, dass er ein fast vollständiges Investment in Aktien empfiehlt – ganz im Gegensatz zum typischen Anleger in Deutschland, der im Schnitt weniger als 10% seines Vermögens in Aktien hält.

Wir helfen Ihnen gerne weiter – Sie können uns erreichen unter info@ipanema-capital.com.

Quelle:
1. Yahoo Finance
2. www.berkshirehathaway.com/letters/2013ltr.pdf
3. Warren Buffetts Masstab ist der Buchwertzuwachs von Berkshire im Vergleich zum S&P 500 Total Return Index.

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