Research

Ratschläge zur Geldanlage
March 4, 2015

EU-Kommission an Anleger: Es gibt keinen Weihnachtsmann

Hat es sich nicht schon herumgesprochen, dass die überwältigende Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds eine schlechtere Rendite liefert als vergleichbare Indexfonds (ETF)? Da aber noch viele Anleger täglich von ihren ‚Beratern‘ aktiv gemanagte Fondsprodukte empfohlen bekommen, muss man wohl leider feststellen, dass die Wahrheit beim Privatanleger noch immer nicht angekommen ist. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Anleger nicht wissen, dass es bessere Alternativen gibt. Schließlich machen in Europa Indexfonds bisher nur ca. 10% aller Anlagen aus, während es in den USA bereits fast 50% sind. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie Ihr Vermögen optimal aufbauen.

Im November 2014 veröffentlichte die Expertengruppe „Financial Services User Group“ (FSUG) der EU-Kommission folgende Ergebnisse einer Studie über die Qualität der Fonds in Europa. Leser unserer Kommentare werden die Kritikpunkte bekannt sein, aber es ist immer wieder erfrischend, diese neu von qualifizierter Stelle zu hören:

  • Aktiv gemanagte Aktien-, Anleihe- und Geldmarktfonds hatten über 10 Jahre eine schlechtere Rendite als Indexfonds. Aktienfonds -1.2% pro Jahr, Anleihefonds -0.8% und Geldmarktfonds -0,5%. In harten Zahlen ausgedrückt: wer €100.000 10 Jahre lang anlegt mit einer Rendite von 7%, der hat bei einem Kostenunterschied von 1,2% pro Jahr am Schluss ca. €21.000 weniger in der Tasche*. Hätten Sie €21.000 zu verschenken?
  • Teurer ist nicht besser. Im Fondsmanagement gilt nicht, wer mehr bezahlt erhält eine bessere Leistung. Es gibt keine Korrelation zwischen hohen Fondsgebühren und hoher Performance. Im Gegenteil. Wer mehr bezahlt, bekommt meist weniger zurück.
  • Die Vergangenheitsperformance sagt nichts über die Zukunftsperformance aus. In aller Deutlichkeit: sich die Rendite der letzten 1-3 Jahre anzusehen ist in den meisten Fällen Zeitverschwendung.
  • Die Zahlungen der Fondsgesellschaften an den Vertrieb (Banken, Finanzvermittler) beinhalten einen Interessenkonflikt. Der Vertrieb mag ein Anreiz haben Anlageprodukte zu verkaufen, die nicht im Interesse des Anlegers liegen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Grundsätzlich kann man dieses Problem nur lösen, indem man Provisionen verbietet, wie bereits in anderen Ländern (Großbritannien, Holland, Australien, etc) geschehen. Nur in Deutschland scheint die Lobby noch zu stark.

Haben Sie aktiv gemanagte Fonds in größerem Umfang in Ihrem Depot?** Zahlen Sie noch Provisionen? Wissen Sie was Ihre Fonds im letzten Jahr gekostet hatten? Gehört Ihr Fonds auch zur Mehrheit der Anlageprodukte, die kostengünstigen Indexfonds bei der Performance hinterherhinken? Wir helfen Ihnen gerne, Ihre Vermögensverwaltung nach professionellen Maßstäben auszurichten. Testen Sie uns.

Quelle:
http://ec.europa.eu/finance/finservices-retail/docs/fsug/papers/1411-asset-management_en.pdf

* Der Kostenunterschied zwischen aktiven und passiven Fonds ist heute noch größer als 1,2%. Die Studie bezieht sich auf Indexfondskosten von 0,61% in 2012, aber in 2015 kann man viele Indexfonds bereits für 0,2% und darunter kaufen. Damit hat sich der Unterschied auf 1,6% ausgeweitet. Rechnet man obiges Beispiel eines Anlegers von €100.000 über 10 Jahre mit 7% Rendite erneut durch, dann ergibt eine Kostendifferenz von 1,6% pro Jahr über den Zeitraum eine Differenz von fast €27.000.
** Es wäre ein Missverständnis, die Anlageentscheidung auf ein einfaches “Indexfonds besser als aktiv gemanagte Fonds” zu reduzieren. Das Problem sollte eher beschrieben werden als “niedrige Gebühren besser als hohe Gebühren”. Aktive Fonds haben in der Mehrheit der Fälle aber einen deutlichen Kostennachteil, der sich langfristig auch durch einen guten Fondsmanager kaum ausgleichen lässt. Alle Studien belegen das gleiche: langfristig schlagen Fonds mit niedrigen Kosten Fonds mit hohen Kosten. Aktive Fonds mit guter Strategie und niedrigen Gebühren wären schön – leider nur gibt es davon sehr wenige.

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