Research

Ratschläge zur Geldanlage
July 20, 2015

Lehren aus der Griechenlandkrise

Die Dauerkrise in Griechenland ist ein Weckruf für Anleger ihr Depot zu hinterfragen. Wir wollen hier aufzeigen, was die Ereignisse in Griechenland konkret für die Zusammensetzung Ihres Depots bedeuten. Drei Punkte erscheinen uns wichtig:

1.      Depot weniger europalastig ausrichten

Anleger investieren mit Vorliebe in ihrer Heimatregion. Ein Gefühl des ‚hier kenne ich mich aus‘ verführt jedoch zu einer trügerischen Sicherheit. Wer Risiken minimieren will, sollte international breit streuen, d.h. global anlegen.

Wofür steht eigentlich Griechenland? Letztlich nur stellvertretend für die Unfähigkeit der europäischen Eliten alle wesentlichen Probleme unserer Zeit anzugehen und zu lösen. Dazu gehört eben nicht nur die Verschuldung der Südländer, sondern auch die hohe Arbeitslosigkeit, die demographische Entwicklung oder die Krise in der Ukraine. Seit Jahren wird über diese Themen geredet, nur gehandelt wird zu wenig. Anleger, die überwiegend im Euroraum investiert sind, haben damit ein Großteil ihres Vermögens in einer Region, die nur langsam wächst und zunehmend politisch instabiler wird.

Warum ist dies so wichtig? Weil sich die wirtschaftliche Entwicklung in der Wertentwicklung der Anlagen widerspiegelt. So ist der Index der amerikanischen Aktienunternehmen S&P 500 über die letzten 5 Jahre um über 50% besser gelaufen als der DAX im gleichen Zeitraum.

DAX Indexfonds blau, S&P 500 Indexfonds rot:
Dax vs SP500 ETFs

2.      Euro-Anleihen sind riskanter als gemeinhin angenommen

Staatsanleihen gelten als sicher aber was passiert mit Euro-Anleihen, wenn der Euro sich trotz der Bekundungen der Politiker als nicht haltbar herausstellt? Die ehrliche Antwort ist: niemand weiß es heute, denn ein mögliches Ende des Euros kann viele Formen annehmen (welche Länder treten aus, welche Länder führen einen Schuldenschnitt durch, etc). Was wir dagegen wissen, ist dass europäische 7-10-jährige Staatsanleihen mit einer Rendite von zur Zeit 1,2% pro Jahr NICHT für das Risiko eines Auseinanderfallens des Euros und eines Staatsbankrotts kompensieren.*

3.      Auf den Inhalt kommt es an, nicht die Verpackung

Anleger sollten nicht auf die Verpackung ihrer Vermögenswerte sehen, sondern auf die Inhalte: Lebensversicherungen zum Beispiel bestehen ca. zu 80%-90% aus festverzinslichen Kapitalanlagen in europäischen Anleihen. Ist es wirklich eine gute Idee sowohl geographisch als auch hinsichtlich der Anlagekategorie so stark konzentriert zu sein?

Zusammenfassung

Wissen Sie welcher Anteil Ihrer Vermögenswerte in Europa liegt? Es gibt einige wichtige Lehren, die Anleger aus der Griechenlandkrise ziehen sollten.  Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie bei Ihrer Vermögensanlage Risiken vermeiden und dennoch Ihre persönlichen Ziele erreichen können.