Research

Ratschläge zur Geldanlage
November 21, 2016

Performance Bremse Nr. 1

Genug von Trump? Zurück zu grundsätzlichen Anlageratschlägen, die auch noch in 10 Jahren relevant sein werden. Wir werden immer wieder gefragt, welches das wichtigste Kriterium bei der Fondsauswahl sei. Ganz einfach: die Kosten, denn nichts bremst mehr die langfristige Performance aus. Morningstar hat über 4.000 Fonds in Europa untersucht und kam zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass die Chance einer Outperformance umso höher war, je niedriger die Kosten waren. Fondskosten haben die größte Vorhersagekraft für die langfristige Performance!

Wer heute also noch einen Ausgabeaufschlag bezahlt, einen Fonds mit erfolgsabhängiger Vergütung oder einen Fonds mit mehr als 1% jährlicher Verwaltungsgebühr im Depot hat, der macht sich das (Anleger-)Leben unnötig schwer. Bevor Sie überlegen, wo Sie Ihr Geld als nächstes anlegen, schauen Sie vielleicht erst einmal nach, ob Ihre bestehenden Fonds nicht schlichtweg zu hohe Kosten verursachen…

Über Geld spricht man nicht, über Kosten hoffentlich schon

Morningstar hat in einer im Juli veröffentlichten Studie über 4.000 in Europa erhältliche Aktienfonds nach der Höhe ihrer fortlaufenden Kosten eingeteilt. Vergleichbare Studien über Fonds aus Amerika gab es bereits, aber dies ist die erste Studie über Fonds, die an europäische Anleger vertrieben werden. Es wurden jeweils 5 Gruppen gebildet, von den billigsten 20% bis zu den teuersten 20%. Das Ergebnis war eindeutig: je höher die durchschnittlichen Kosten, desto geringer die Outperformance-Wahrscheinlichkeit.

Morningstar

Was die Graphik noch zeigt:

  • Die Gruppe „weltweite Aktien“ (gelb, links) weist nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit auf, die Benchmark (MSCI World) zu übertreffen. Von 2011-2015 schafften es gerade mal 7% aller Fonds. Selbst die billigsten Fonds in dieser Kategorie hatten nur eine 15,3% Outperformance-Wahrscheinlichkeit. Es ist verdammt schwer für aktiv gemanagte Fonds einen global Index zu schlagen.
  • Auch bei den europäischen Aktien (grün, mitte) gilt, dass von den günstigsten hin zu den teuersten Kostengruppen die Outperformance-Quote deutlich sinkt. Im teuersten Fünftel schafft es nicht einmal jeder 10. Fonds. Im billigsten Fünftel schafft es aber auch weniger als die Hälfte.
  • Das Bild bei den Schwellenländer Fonds (blau, rechts) ist etwas uneinheitlicher, aber prinzipiell gilt die gleiche Aussage wie oben: je teurer, desto geringer ist in der Tendenz die Wahrscheinlichkeit den Index zu schlagen.

Zusammenfassung – so bleibt mehr in Ihrer Tasche

Anleger sollten immer mehrere Faktoren bei der Auswahl eines Fonds heranziehen – aber die Fondskosten sollten bei der Entscheidung eine zentrale Rolle spielen. Gerade in der Niedrigzinsphase ist der Kostenfaktor erfolgsentscheidend. Die Fondsbranche versucht die hohen Kosten mit dem Hinweis zu rechtfertigen, „für diesen Preis bekommen die Kunden Qualität“ – doch Anleger sollten sich nicht davon verwirren lassen. Die Zahlen von Morningstar, wonach z.B. 93% aller weltweit anlegenden aktiv gemanagten Aktienfonds schlechter als ihr Referenzindex abgeschlossen hatten, sprechen eine deutliche Sprache. Dies eindrucksvolle Statistik erklärt, warum wir bei der Vermögensverwaltung hauptsächlich auf kostengünstige Indexfonds (ETF) setzen.

Wer jetzt glaubt, er könne die erfolgreichen aktiv gemanagten Fonds der Zukunft herausfinden, der muss sich vorhalten lassen, dass dies zwar möglich ist, aber doch eben sehr unwahrscheinlich. Anleger sollten einmal die erfolgreichsten Fonds von vor 5 oder 10 Jahren heraussuchen: die meisten gibt es wegen schlechter Performance inzwischen nicht mehr bzw. finden sich auf den hinteren Rängen wieder.

Kosten sind nicht nur der entscheidende Faktor, sondern auch der einzige Faktor, der zuverlässig eine Aussage über die Outperformance-Wahrscheinlichkeit zulässt. Der Kostenfaktor ist relevant für alle Anlageklassen, Zeiträume und Länder. Anleger schauen oft auf die Vergangenheitsperformance oder die Zahl der Morningstar-Sterne (oder ein anderes Fondsranking), aber diese lassen statistisch keine verlässliche Aussage über die Zukunft zu.

Wie man sein Depot nach modernen Grundsätzen aufbaut, erläutern wir Ihnen gerne in einem ausführlichen Gespräch.