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Ratschläge zur Geldanlage
June 21, 2017

Sollten Frauen bei der Geldanlage anders vorgehen?

Die überraschende Antwort lautet emphatisch ja. Zwar sind die Grundregeln des Anlegens für alle Menschen gleich – dennoch ist die Ausgangslage bei Frauen oft unterschiedlich und dies muss in einer seriösen Finanzplanung berücksichtigt werden. Wir gehen hier auf die wichtigsten Punkte ein und beleuchten wie sich dies auf die Finanzplanung auswirkt. Jede Frau sollte sich zumindest in den Grundzügen mit ihren eigenen Finanzen beschäftigen – für weniger Zukunftsängste, mehr Sicherheit und mehr finanzielle Freiheit im Leben.

Wir sind eben nicht alle gleich

Frauen müssten sich eigentlich viel mehr mit dem Thema Geldanlage befassen als Männer, denn

  1. Rentnerinnen erhalten in Deutschland im Durchschnitt 57% weniger Geld als Rentner. Die Rentenkluft hat viele Gründe. Die wichtigsten Faktoren sind niedrigere Erwerbsbeteiligung, hohe Teilzeitquote, niedrigere Entgelte, häufige und längere Erwerbsunterbrechungen (Kinderbetreuung) und häufige Beschäftigung in Minijobs ohne Rentenversicherung.
  2. Frauen leben länger. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer beträgt 78 Jahre in Deutschland und 83 Jahre für Frauen. Wer länger lebt, der braucht auch mehr Geld um im Alter seinen Lebensstandard zu halten. Was die Statistik allerdings verbirgt: wenn Sie als Frau heute bereits 65 sind, dann liegt ihre Lebenserwartung bei fast 87.
  3. Weniger (Finanz-)Wissen wegen traditioneller Rollenverteilung. In der Vergangenheit war Geldverdienen und -anlegen meistens Männersache. Doch wenn die Geldangelegenheiten nur von einer Seite erledigt werden, dann entsteht dadurch schnell Abhängigkeit und Hilflosigkeit. Alles an den Partner oder einen Finanzberater zu delegieren ist keine Lösung, da man nie 100% Kontrolle abgeben sollte. Das Problem wird oft erst gar nicht als solches wahrgenommen – doch Scheidung, Krankheit oder Tod des Partners sind Lebenswirklichkeiten, die uns alle treffen können. Es ist besser man kümmert sich um das Thema Finanzen zu einem Zeitpunkt, wenn man dazu emotional in der Lage ist und Zeit hat. Niemand erwartet, dass Sie Profianleger werden, aber man sollte zumindest so viel verstehen, dass man keine größeren Fehler begeht.

Die gute Nachricht: Das Thema Vorsorge ist nicht so kompliziert wie viele denken. Im Internet gibt es hervorragende Quellen und wir freuen uns ebenfalls immer über ein Gespräch. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man (frau) Einfluss auf sein (ihr) finanzielle Zukunft nehmen kann. Höchste Zeit also, die Scheu vor dem Thema Geldanlage abzulegen!

Hilfestellung

Eine Internetseite kann ein langes Kundengespräch nicht ersetzen, aber hier sind 5 Punkte, die Sie auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit bedenken sollten:

  1. Standortbestimmung: Wo stehen Sie heute? Wieviel Vermögen, wieviel Schulden? Welches Einkommen, welche Ausgaben? Welche gesetzliche Rente?
  2. Ziel festlegen: Wohin soll überhaupt die Reise gehen? Setzen Sie sich ein Ziel, wie z.B. ein bestimmtes Einkommen im Monat ab dem Renteneintrittsalter oder eine Vermögenshöhe oder ein Betrag der vererbt werden soll, etc. Welche Lücke besteht zwischen dem „Heute“ und Ihrem Ziel?
  3. Vermögensaufteilung wählen, die zur Zielerreichung passt. Extrem wichtig und zum Glück recht einfach – denn es gibt nur zwei wichtige Anlagekategorien: Aktien und Anleihen. Die Mischung entscheidet über die langfristige Rendite und das Risiko ihres Vermögens.
  4. Produkte wählen mit denen sich die Vermögensaufteilung umsetzen lässt. ETF oder Indexfonds sollten wegen niedriger Kosten und breiter Streuung die bevorzugte Produktkategorie sein.
  5. Periodische Kontrolle. Änderungen sollten nur vorgenommen werden, wenn sich Ihre Ziele ändern, nicht weil die Märkte schwanken. Wer mehr als 1x pro Jahr das Depot modifiziert, macht etwas falsch. Weniger ist mehr.