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Ratschläge zur Geldanlage
September 1, 2014

Top Fondsmanager Interview: Anleihespezialist Kathleen Gaffney

Von Zeit zu Zeit präsentieren wir hier Fondsmanager, die durch eine herausragende Performance über einen langen Zeitraum aufgefallen sind und deren Marktmeinung wir sehr schätzen. Kathleen Gaffney ist eine der erfolgreichsten Anleihefondsmanager in den USA – sie war im letzten Jahr in den Top 1% ihrer Anlagekategorie und erzielte eine beeindruckende Rendite von 19%. Das folgende Interview empfehlen wir allen Anlegern, die im Bereich Staatsanleihen und Unternehmensanleihen investiert sind.

Unsere Zusammenfassung ihrer Markteinschätzung:

  • Der Anleihemarkt (Staatsanleihen und Unternehmensanleihen) ist heute überbewertet und das Rendite-Risiko-Verhältnis ist unattraktiv
  • Die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Anlageklassen ist heute umgekehrt, d.h. heute sind Anleihen die riskante Anlageform und Aktien sind relativ sicherer
  • Die US Wirtschaft erholt sich zunehmend und Kathleen Gaffney geht von einem steigenden Zinsumfeld im nächsten Jahr aus. Anleihen, die nicht bis zum Laufzeitende gehalten werden, werden damit wahrscheinlich Kursverluste aufweisen.
  • Der Markt für Hochzinsanleihen ist deutlich überbewertet
  • Wandelanleihen sind eine attraktive Nische
  • Die Liquidität im Anleihemarkt ist extrem dünn geworden, mit der Folge, dass auch nur kleine fundamentale Veränderungen zu großen Preisänderungen führen können. Banken, die die notwendige Liquidität zum Handeln stellen und wie ein Puffer bei Marktschwankungen agieren, halten heute nur ca. ¼ der Liquidität vor wie in 2007 (als der Anleihemarkt noch kleiner war als heute).
  • Fondsmanager müssen ein flexibles Mandat haben. Sie kann bis zu 20% in Aktien anlegen und nutzt dies z.Z. auch voll aus.
  • Unter den Schwellenländern bevorzugt sie Mexico und Indien.
  • Die beste Anlageklasse heute? Kasse! Kathleen Gaffney hält zurzeit 20% in Kasse, deutlich mehr als die üblichen 5%. Nur mit einem hohen Kassebestand hat man die Möglichkeit schnell auf sich bietende Kaufgelegenheiten zu reagieren. Da die Opportunitätskosten (=Zinsen) eh niedrig sind, ist die verlorene Rendite in der Zwischenzeit gering.

 

 

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