Research

Ratschläge zur Geldanlage
September 25, 2014

USA, Europa oder Schwellenländer?

Welche regionalen Aktienmärkte sind am attraktivsten bewertet? Das Ergebnis ist eindeutig: US Aktienmärkte sind mit Abstand am teuersten, während Europa und Schwellenländer unterhalb des historischen Trends handeln. Warum ist dies so bedeutend? Weil beim Anlegen generell gilt: teuer kaufen = unterdurchschnittliche langfristige Renditen, günstig kaufen = überdurchschnittliche langfristige Renditen. Wie sich dies in Ihrem Portfolio umsetzen lässt, erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.

Schwellenländer und Europa (gemessen am Index MSCI Emerging Markets und MSCI EAFE) handeln mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 15-16x während der US Aktienmarkt bei 25x handelt (Stand: Ende 2. Quartal 2014). Zur Berechnung wird die Methode des Nobelpreisträgers Robert Shiller herangezogen, der den Durchschnitt der Gewinne der letzten 10 Jahre verwendet um kurzfristige Schwankungen auszugleichen.

Shiller US EAFE EM
Quelle: Research Affiliates

Je höher die Bewertung, desto niedriger sind grundsätzlich die zukünftigen Gewinne. Wie die folgende Tabelle zeigt, ist in der Vergangenheit bei einem steigenden Kurs-Gewinn-Verhältnis die jährliche Wertsteigerung in den folgenden 5 Jahren fast kontinuierlich geringer geworden. Es gibt also einen klaren Zusammenhang zwischen Anfangsbewertung zum Kaufzeitpunkt und langfristigem Wertsteigerungspotential. Dies ist der Grund dafür, dass wir bei Ipanema Capital die Bewertung als wichtigsten Ausgangspunkt für unsere Entscheidungen über den Anlagen-Mix verwenden.

Return matrix German
Quelle: Research Affiliates

Ist Europa aber nicht in der Rezession und verdient damit eine niedrigere Bewertung? Dieser Gedanke ist weit verbreitet aber macht den üblichen Fehler, der Bedeutung von aktuellen Nachrichten einen höheren Stellenwert einzuräumen als der Bewertung. Günstig kaufen geht aber oft nur wenn etwas unpopulär ist. Hier wird auch übersehen, dass die großen europäischen Unternehmen global operierende Firmen sind, die ebenfalls vom Wachstum in den USA und den Schwellenländern profitieren. Viele europäische Firmen erwirtschaften mehr Gewinne außerhalb von Europa wie zum Beispiel Nestle, Novartis, SAP oder BMW. Zu guter letzt kann man auch argumentieren, dass die europäische Wirtschaft sich wieder langsam stabilisiert: ein schwacher Euro hilft dem Export, die ECB agiert zunehmend aggressiver wie es zuvor erfolgreich von der US Notenbank vorgemacht wurde und die europäischen Banken vergeben wieder langsam mehr Kredite.

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