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Ratschläge zur Geldanlage
October 2, 2015

Warum von Mischfonds abzuraten ist

Mischfonds sind die beliebteste Fondsgattung in Deutschland. Sie stellen stetige Renditen in Aussicht und entlasten Anleger von schwierigen Entscheidungen, indem sie dem Fondsmanager die Aufteilung auf verschiedene Anlagekategorien wie Aktien und Anleihen überlassen. Leider zeigt eine Analyse der letzten 5 Jahre, dass Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen. Mischfonds sind ein Wohlfühlprodukt für Anleger und Berater, aber die langfristige Performance ist enttäuschend.

Morningstar: „ungünstiges Risikoprofil“

Morningstar hat sich die Langfristbilanz der vier größten Mischfondskategorien angeschaut. Ergebnis: über einen Zeitraum von 5 Jahre schneiden sie alle deutlich schlechter ab als der Vergleichsindex. Nicht nur ist die Performance schlechter, sondern auch meist das Risiko, wie folgende Tabelle zeigt:

Morningstar

Für das schlechte Abschneiden der Mischfonds gibt es im Wesentlichen zwei Gründe:

  • Hohe Kosten drücken die Netto-Rendite. Während die meisten Mischfonds über 1,5% pro Jahr an Gebühren verlangen (plus Ausgabeaufschlag, plus Performance-Gebühren in einigen Fällen) sind Indexfonds (ETF) bereits für 0,2% pro Jahr zu erwerben.
  • Es ist praktisch unmöglich zu jeder Marktphase das Richtige zu tun. Es ist eine naive Vorstellung, dass Fondsmanager vorhersagen könnten, welche Anlagekategorie kurzfristig besser läuft. Das Timing-Problem besteht nicht nur für Privatanleger! Zu oft setzen auch die Profis aufs falsche Pferd, mit der Folge, dass die langfristige Performance leidet.

Morningstar stellt dazu die Frage: “War es das wert?” Wir glauben die Antwort ist ein klares Nein – Mischfonds haben nicht den Beweis erbracht, dass sie für Anleger ein klarer Kauf sind. Häufig zahlen Kunden für mäßige Leistung überzogene Gebühren. Ehemalige Top-Performer wie Carmignac Patrimoine sind auf einmal Schlusslichter – was wiederum zeigt, dass es kein Fondsprodukt schaftt, konsistent an der Spitze zu stehen. So suchen Anleger das nächste Produkt mit einer guten Vergangenheitsperformance, um dann wieder Schiffbruch zu erleiden. Dies ist der falsche Ansatz und nützt nur dem ‚Berater‘, der jedes Mal aufs Neue Provisionen kassiert.

Geht es besser?

Dank kostengünstiger Indexfonds kann man die oben beschriebenen Benchmarks einfach selbst erstellen. Sicherlich kann man die Arbeit auch an Mischfonds delegieren. aber wie obige Tabelle eindeutig zeigt, jährliche Renditeeinbußen zwischen 4% (Mischfonds defensiv) und 6% (Mischfonds flexibel – global) sind ein hoher Preis. Dazu kommt, dass ein Mischfonds nie genau das eigene Risikoprofil und Anlageziel widerspiegelt. Es ist oft besser, seinen Anlage-Mix (asset allocation) selbst zu erstellen oder an einen geeigneten Vermögensverwalter zu übertragen.

Die Schwierigkeit beim do-it-yourself Ansatz liegt primär beim Anlegerverhalten, d.h. Anleger dürfen nicht ständig der Versuchung erliegen, an ihrem Depot Änderungen vorzunehmen. Wir erläutern Ihnen gerne in einem ausführlichen Gespräch, wie sich Ihr Depot optimal bezüglich Rendite, Risiko und Kosten erstellen lässt.

http://www.morningstar.de/de/news/141881/welche-mischfonds-sch%C3%BCtzten-das-anlegergeld-am-besten.aspx

 

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