Research

Ratschläge zur Geldanlage
August 25, 2015

Was Anleger nach dem Kurssturz tun sollten

Innerhalb einer Woche ist der deutsche Aktienindex DAX um über 10% gefallen. Auch an den Aktienmärkten in den USA und Japan sind ähnliche Verluste zu verzeichnen, während China sogar um über 20% einbrach. Wie sollten Anleger auf diesen Kurssturz reagieren? Nichts finden Anleger unpassender als Durchhalteparolen. Anleger wollen nach einem Kurssturz nicht nur hören, dass sie „einen kühlen Kopf bewahren“ sollten. Wir haben hier zwei wichtige Punkte zusammengestellt.

Ist mein Anlage-Mix falsch?

Anleger, die in den letzten Tagen nervös auf ihr Depot schauten und sich nach den ersten Kursverlusten überlegten, ob sie nicht verkaufen sollten, hatten wahrscheinlich einen zu großen Aktienanteil. Ein langfristiger Anlageplan ist nur dann gut, wenn Anleger sich auch in Schwächephasen dran halten können. Nichts ist katastrophaler für die Geldanlage als im falschen Augenblick wegen Panik das Handtuch zu werfen und im Tief zu verkaufen. Nehmen Sie sich also Zeit um ehrlich darüber nachzudenken, ob Sie mit den größeren Schwankungen des Aktienmarktes leben können. Aktien waren über längere Zeiträume die renditestärkste Anlagekategorie und werden es voraussichtlich auch in der Zukunft bleiben – die höhere Volatilität im Vergleich zu Anleihen ist aber der Preis dafür und Anleger müssen sich im Vorhinein dessen bewusst sein.

Habe ich das falsche Produkt?

Wir haben an verschiedener Stelle darüber geschrieben, dass Indexfonds (ETF) für die meisten Privatanlager wegen der niedrigen Gebühren und höheren Endrendite das optimale Anlageprodukt seien (hier und hier). Aber nicht alle Indexfonds sind deswegen automatisch gute Anlageprodukte (siehe hier für eine Liste). Was zeichnet einen empfehlenswerten ETF aus? Wichtig ist vor allem die Risikominimierung und die ergibt sich über die breite Streuung. Je größer die Zahl der Aktienunternehmen im Index, desto besser. Über 100 sollten es mindestens sein, über 500 ist besser. Doch wie sieht die Realität aus? In den Kundendepots der Comdirect, der Marktführerin im Online-Handel, waren die drei populärsten Indexfonds (ETFs) allesamt ETFs auf den DAX.

ETF Comdirect

Der DAX umfasst aber nur 30 Unternehmen und ist in wichtigen Sektoren unterrepräsentiert (Beispiel Pharma und Einzelhandel). Auf der anderen Seite ist die Umsatzabhängigkeit der DAX Unternehmen von China viel höher als die der anderen europäischen Indices. Folge: wenn China schwächelt ist der DAX stärker betroffen, was sich auch die letzten Tage gezeigt hatte, als der DAX stärker fiel als andere europäische Indices.

INDEXUmsatz aus China
Dax (Deutschland)10,2%
AEX (Holland)8,8%
SMI (Schweiz)7,5%
FTSE 100 (UK)6,4%
Stoxx Europe 600 (Europa)5,8%
Eurostoxx 50 (Eurozone)5,8%
CAC40 (Frankreich)5,3%
OMX (Schweden)4,9%
MIB (Italien)3,6%
IBEX (Spanien)3,0%
OBX (Norwegen)0,6%

 

… und was ist unser Marktausblick?

Die momentane Schwäche an den Aktienmärkten ist keine Wiederholung von 2008. Wer hier leichtfertig Vergleiche zieht hat nicht verstanden welches die Auslöser für die Krise in 2008  waren. Es gibt heute keine systematischen Ungleichgewichte und Risiken in den Banken, wie wir sie in 2006-2008 sahen. Auch wenn heute nicht alles perfekt ist und das Wachstum unter dem langfristigen Trend bleibt, so sind wir weit von einer Rezession in den USA oder Europa entfernt.

Zeit für eine professionelle Vermögensverwaltung?

Der Kurseinbruch der letzten Woche nimmt ähnlich starke Formen an wie der Kurseinbruch in 2011… und an den erinnert sich heute auch niemand mehr. Dies war der 28. Kurseinbruch mit über 10% Verlust am Aktienmarket seit dem 2. Weltkrieg und es wird nicht der letzte bleiben. Anders ausgedrückt: wer einen langfristigen Plan und realistische Erwartungen hat, den dürfte diese Woche kalt lassen. Wem dagegen Zweifel an seinem Depot kommen, der sollte sich Rat von außen holen. Wir zeigen Ihnen gerne, wie ausgehend von Ihren persönlichen Lebenszielen ein sinnvoller Anlageplan erstellt werden kann.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/arno-walter-im-interview-ueber-deutsche-und-aktien-13709305.html

Bloomberg, Factset

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