Research

Ratschläge zur Geldanlage
May 23, 2017

Was passiert im nächsten Aktiencrash?

Vor dem politischen Chaos im Weißen Haus eilte der DAX von Rekordhoch zu Rekordhoch. Die Volatilität an den Finanzmärkten war ebenfalls ungewöhnlich niedrig. Aber eine 20%+ Korrektur fand in der Vergangenheit alle 3-5 Jahre statt. Zeit also einmal darüber nachzudenken, was eigentlich in der nächsten Korrektur passieren kann. Wer sich heute bereits darauf einstellt, vermeidet typische Anlegerfehler. Hier ist unsere Top Ten Liste der wahrscheinlichen Ereignisse im nächsten Aktiencrash:

  1. Irgendein Scharlatan (“Börsenguru”), der während der letzten 8 Jahre trotz mehr als 100% Kursgewinne im DAX ständig den Weltuntergang vorhergesagt hatte, sieht auf einmal clever aus. So clever wie eine kaputte Uhr, die 2x am Tag richtig geht. Viele Anleger fallen dennoch wieder darauf rein und abonnieren seinen teuren Börsenbrief.
  2. Es gibt in Deutschland mehr als 5.000 Fonds. Rein statistisch wird auch diesmal eine Handvoll Fonds zufällig so positioniert sein, dass sie den Crash unbeschadet oder sogar mit guten Gewinnen übersteht. Privatanleger glauben, sie hätten den neuen Star-Fondsmanager gefunden. Der nächste Carmignac Patrimoine ist geboren. Die Performance in den folgenden Jahren wird aber wieder enttäuschen.
  3. Gold wird ca. $100 pro Unze steigen, aber dennoch über die letzten 10 Jahre weit abgeschlagen hinter einer breit gestreuten Aktienanlage liegen. Auch nach dem kurzen Anstieg wird Gold keine Zinsen/Dividenden zahlen, während europäische Aktien unabhängig von Kursgewinnen/verlusten jährliche Renditen von 4%-5% bieten (aktuell 3,5% Dividendenrendite im Euro Stoxx 600 + 1% Aktienrückkäufe).
  4. Privatanleger verfallen in Panik und verkaufen am Tief. Sie schwören, nie wieder in Aktien anzulegen. Auch wenn der Crash nur 1 Jahr dauert und die Aktien ursprünglich als Altersvorsorge mit einem 10+ Jahreshorizont angelegt wurden.
  5. ETF Anbieter verlieren in kürzester Zeit viele Kunden. Anleger, die als letzte auf den ETF Zug aufgesprungen sind, stellen fest, dass dies doch nichts für sie ist. Das mit den viel gelobten ETF hatte man sich irgendwie viel schmerzloser vorgestellt.
  6. Als die Kurse noch höher standen hatten viele Anleger mit Blick auf den Chart der letzten 3 Jahre gesagt „Hätte ich doch nur bei niedrigeren Kursen gekauft“. Jetzt sind die Kurse niedriger und niemand will kaufen.
  7. Warren Buffett sieht wieder klug aus, weil er US$ 95 Mrd in Cash hat und dann bei niedrigen Kursen günstig kauft. Privatanleger haben auch Kasse, aber sie wollen lieber warten “bis sich die Märkte beruhigen”.
  8. Deutsche Staatsanleihen handeln wieder mit negativer Rendite und keiner versteht warum. Dabei bezahlen wir für eine Versicherung auch eine Prämie.
  9. Anleger schauen wieder täglich auf ihren Depotauszug, obwohl ein Baum auch nicht schneller wächst, wenn man täglich die Wurzeln ausgräbt.
  10. Anleger stellen fest, dass sich ihre Definition von „langfristig anlegen“ mit einer 10%+ Korrektur doch nicht verträgt. Sie lassen sich beim Anlegen von Emotionen leiten, nicht von ihren langfristigen Zielen.

Bisher sah alles leicht aus – alle wichtigen Vermögenskategorien stiegen deutlich über die letzten Jahre, seien es Aktien oder Immobilien. Aber wie die Geschichte zeigt, diese Phasen halten nicht ewig. Hier geht es nicht darum, über das wann und warum einer Korrektur zu spekulieren. Sondern wir wollen deutlich machen, dass eine relativ ruhige Phase wie heute eine gute Gelegenheit darstellt, sich Gedanken zu machen, wie viel Risiken man wirklich mit seinem Portfolio eingehen will. Wie viel Kursschwankungen können Sie tatsächlich vertragen? Verbergen sich in ihrem Depot unnötige Risiken? Anleger müssen die richtige Vermögensaufteilung wählen, die es ihnen erlaubt, auch in schwierigen Phasen dabeizubleiben. Wenn Sie wissen wollen, wie wir Ihnen helfen können Ihre persönlichen Ziele zu erreichen, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung.

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