Research

Ratschläge zur Geldanlage
July 12, 2017

Was tun bei Fondsmanager-Wechsel?

Wie sollten sich Anleger verhalten, wenn das Management plötzlich wechselt? Dies ist keine triviale Frage, schließlich liegt die durchschnittliche Verweildauer von Fondsmanagern in Europa bei nur 4 Jahren. Ein Anleger, der sein Vermögen auf nur eine Handvoll Fonds streut, ist also mit dieser Frage durchschnittlich mindestens einmal im Jahr konfrontiert. Gibt man dem neuen Fondsmanager eine Chance oder wechselt man gleich das Fondsprodukt mit allen hiermit verbundenen Problemen (Steuern, Kosten, Informationssuche)? Bereitet Ihnen diese Vorstellung Freude oder doch eher leichtes Unbehagen?

Vermögensanlage einfacher gestalten

Unsere Empfehlung: Es ist an der Zeit, grundsätzlich die Vorgehensweise bei der Geldanlage zu überdenken! Wir raten dazu, die Geldanlage unabhängig von der Fondsmanagerfrage zu gestalten. Man sollte auch beim Anlegen in Demut seine eigenen Grenzen akzeptieren und wer ehrlich zu sich selbst ist, der stellt fest, dass er weder die Top Aktien des nächsten Jahres noch die erfolgreichen Fondsmanager der Zukunft im Vorhinein finden kann. Wer etwas anderes behauptet (und das sind leider viele Anleger und Berater), der sollte dies bitte auch mit Zahlen nachweisen können – doch diesen Beweis bleiben die meisten schuldig.

Worum es hier wirklich geht: Ihr persönliches Ziel erreichen

Wie gehen wir vor? Weg von aktiv gemanagten Fonds hin zu passiven Indexfonds (ETF). Damit ist die Problematik des Fondsmanagerwechsels völlig vom Tisch und man kann sich wichtigeren Dingen widmen. Wie zum Beispiel der grundsätzlichen Frage, was denn nun das optimale Verhältnis von Aktien (langfristiger Wertzuwachs) und Anleihen (Sicherheit) sei, um sein persönliches Ziel zu erreichen. Darum geht es doch letztendlich bei der Vermögensanlage – und nicht darum, die nächste heiße Aktie oder den nächsten Superstar-Fondsmanager zu finden.

Aktuelles Beispiel wie man es besser machen kann

Sich über den richtigen Anlage-Mix Gedanken zu machen ist viel wichtiger als seine Zeit mit der Suche nach dem nächsten Fondsmanager zu verbringen. Nur ein Beispiel hierzu: im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind Hochzinsanleihen (High-Yield Unternehmensanleihen) bei vielen Anlegern beliebt und auch die meisten Robo-Adivsor (digitale online Vermögensverwaltungen) haben davon etwas im Portfolio. Doch wer sich die historischen Daten anschaut, der erkennt, dass Hochzinsanleihen für langfristige buy-and-hold Anleger kein sinnvolles Investment waren, da eine Kombination von Aktien und sicheren Staatsanleihen eine höhere Rendite bei niedrigerer Volatilität brachte. Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Hochzinsanleihen sind heute bei derart niedrigen Zinsen, der schlechtesten Kreditqualität in den USA seit Jahren und einem recht weit fortgeschrittenen Wirtschafts-Zyklus keine empfehlenswerte Anlageklasse – man muss schon die historischen Fakten bewußt ignorieren, um aktuell eine Anlage in Hochzinsanleihen zu rechtfertigen. Aber ist das die richtige Vorgehensweise bei Ihrer Geldanlage?

ETF schön und gut, aber was wenn alle ETF verwenden?

Gibt es ein Problem, wenn zuviel Geld in ETF strömt? Wenn also die für die Preisfindung notwendigen Fondsmanager immer weniger werden? Sicher, wenn ETF einmal die kritische Masse im Markt darstellen, dann könnten die Marktpreise von den wirtschaftlich gerechtfertigten Preisen abweichen. Doch heute sind wir davon noch sehr weit entfernt! Nach den neuesten Daten der US Zentralbank sind nur 6% aller US Aktien in ETF enthalten, in Europa ist der Anteil noch einmal geringer. ETF sind die effizienteste Methode, um Zugang zu den wichtigsten Anlageklassen zu bekommen. Man muß dabei nur einen kühlen Kopf bewahren.

ETFs owned nearly 6pc of US stock mkt in Q1