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Ratschläge zur Geldanlage
March 9, 2015

Welche Fallen gibt es bei Indexfonds (ETF) zu beachten?

Indexfonds (ETF)  sind optimale Grundbausteine für die Vermögensanlage aufgrund niedriger Kosten und einfacher Diversifizierung. Aber der Teufel steckt im Detail. Nur weil Indexfondsfonds viele Vorteile gegenüber anderen klassischen Fondsprodukten aufweisen, heißt dies noch lange nicht, dass man sie ohne genaue Prüfung kaufen kann.

Nachfolgend zeigen wir einige der typischen Probleme, die beim Einsatz von Indexfonds auftreten können. Wie Anleger Indexfonds bestmöglich in die Vermögensanlage einbauen, erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Wir bieten eine Indexfonds-basierte Vermögensanlage für 0,75% Gebühr pro Jahr ab einer Mindestanlage von €100.000 an.

Irreführende Bezeichnung

Der Name einiger Indices ist unglücklich gewählt und der Indexfonds enthält nicht, was sich der Anleger auf den ersten Blick vorstellt. Beispiele:

  • MSCI World. Einer der populärsten Indices. Der Name verleitet viele Anleger zur Annahme hier einen Aktienindex zu kaufen, der weltweit anlegt. Weit gefehlt. Der MSCI World legt eben nur in weltweiten Industrienationen an, aber nicht in aufstrebenden Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien oder hoch entwickelten Industrieländern wie Südkorea. Damit ist ungefähr die Hälfte des weltweiten Bruttosozialprodukts nicht im Index vertreten.
  • MSCI Pacific ex Japan. Was steckt dahinter? Viele Anleger vermuten „Pacific ex Japan“ beinhaltet Aktien von Unternehmen aus dem pazifischen Raum, also Asien. Tja, leider wieder weit gefehlt. Dieser Index beinhaltet im Wesentlichen nur 4 Länder und Australien nimmt mit 60% eine extrem hohe Gewichtung ein. Nicht darin enthalten sind Länder wie China, Malaysia, Thailand, Philippinen, etc. Hätten Sie diesen Fehler auch gemacht? Keine Sorge, Sie sind nicht alleine: eine der größten Online Plattformen in Deutschland, die eine standardisierte Anlageberatung übers Internet anbieten(auch robo-advisor genannt) haben genau diesen Index im Angebot, um das Thema Asien abzudecken. Gute Beratung ist durch nichts zu ersetzen.

Indexzusammensetzung ist verzerrt

Viele Indices beinhalten zwar die Länder oder Sektoren, die man sich vorstellt, aber nicht in einer optimalen Gewichtung. Beispiele:

  • MSCI All Country World Index (ACWI). 46 Länder, fast 2500 Unternehmen. Alle wichtigen Länder dieser Welt in einem einzigen Index, was will man mehr? Sollte man meinen, aber was hilft’s, wenn das Ergebnis schlichtweg verzerrt ist? Das Bruttosozialprodukt der USA ist ungefähr so groß wie das Bruttosozialprodukt von Europa oder von China. Nur im MSCI ACWI hat die USA eine Gewichtung von 52%, Europa von 20% und China von 2% (Stand 31.12.2014). Interessanterweise hat die Gewichtung der USA seit Oktober 2007 (dem letzten Hoch des US Aktienmarktes) um 10% zugelegt, einfach weil die Bewertung der USA relativ zu den anderen Ländern so stark gestiegen ist. Dies heißt aber nichts anderes, als das man teure Länder übergewichtet und günstigere untergewichtet. Ist dies wirklich sinnvoll?
  • MSCI China. 1,3 Mrd. Konsumenten, aufstrebende Mittelschicht. Der Traum vieler westlicher Anleger. Doch was findet sich im Index? Etwa Firmen, die einen an der Konsumstory partizipieren lassen? Leider kaum. Über 40% kommen aus dem riskanten Finanzsektor, über 10% aus dem volatilen Energiesektor, aber weniger als 10% gehören dem Konsumgütersektor an.

Index nicht breit genug aufgestellt

Jeder kennt den DAX. Auch vom Euro Stoxx 50, der die 50 größten Aktien aus dem Euroraum beinhaltet, haben viele Anleger etwas gehört. Aber trotz des Wiedererkennungswertes sind diese ETF ungeeignet als Grundbausteine für die Vermögensanlage, weil sie schlichtweg zu wenige Aktien haben, um eine sinnvolle Diversifikation zu erreichen. Auf Deutsch: sie sind zu riskant. Mehr ist hier besser. Daumenregel: 500 Aktienunternehmen pro Region als Minimum.

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