Research

Ratschläge zur Geldanlage
September 14, 2015

Welche Rolle sollte das Morningstar Sterne-Rating bei der Fondsauswahl spielen?

In Deutschland sind ca 9.000 Publikumsfonds zugelassen. Der Fondsmarkt gleicht einem Dschungel. Anleger haben oft das Problem, dass sie den Überblick längst verloren haben. Für sie zählt das Fonds-Rating daher zu einem nicht wegzudenkenden Bestandteil des Auswahlprozesses. Denn mit einem Stern oder Buchstabe kann man scheinbar alles Wissenswerte zu einem Fonds verdichten. Aus dieser Logik folgt dann nur zu oft: ein Stern = schlecht, fünf Sterne = kaufen. Doch diese Vorgehensweise ist falsch. Ratings sind kein Kauf- oder Verkaufssignal. Auch der Glaube, dass die zukünftige Performance von Fonds mit mehr Sternen automatisch besser sei ist leider inkorrekt. Studien von Morningstar haben mehrfach gezeigt, dass mit der Anzahl der Sterne keine Aussage über die ZUKÜNFTIGE Performance getroffen werden kann. Anleger sollten daher bei der Zusammenstellung Ihres Depots nicht alleine auf die Fondsbewertung abstellen.

Kein Zusammenhang zwischen Anzahl der Sterne und zukünftiger Performance

Morningstar verdient viel Lob für die ehrliche Aussage darüber, was eine Fondsbewertung leisten kann und was nicht. Morningstar hat selbst Studien erstellt und veröffentlicht, die klar zeigen, dass die Zahl der Sterne keinen prognostischen Wert hat. Es gibt laut Morningstar keinen eindeutigen statistischen Beweis, dass Fonds mit 5-Sternen eine bessere Performance liefern als Fonds mit 4-Sternen oder gar 3-Sternen. Diese Kernaussage ist eine harsche Kritik aller Anlageberater, die Fonds empfehlen, nur weil sie 5 Sterne bei Morningstar haben.

Die größte Fondsgesellschaft Amerikas, Vanguard, hat in einer Studie in 2010 sogar gezeigt, dass die Fonds mit dem besten Morningstar Rating in einem Jahr dann in den folgenden 3 Jahren zu den schlechtesten Performern gehörten. Diese Studie kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass die Performance in den folgenden 3 Jahren umso niedriger war, je mehr Sterne ein Fonds hatte!

Vanguard Morningstar

Was steht nun in den (Morningstar-) Sternen?

Die Morningstar Fondsbewertung ist eine quantitative Analyse mit dem Ziel, die VERGANGENHEITS-Performance vergleichbarer Fonds unter Berücksichtigung von Kosten und Risiken zu beurteilen. Dabei muss man festhalten, dass es erstmal keine Leistung darstellt ein Sterne-Rating zu erhalten: jeder Fonds mit einer Historie über 3 Jahren bekommt es.  Wie Morningstar selbst klar sagt, das Bewertungsschema stößt schnell an seine Grenzen bei der alles entscheidenden Frage, wie sich ein Fonds in der Zukunft schlagen wird. Wer sich also bei seiner Anlageentscheidung nur vom Sterne-Rating leiten lässt, verhält sich wie ein Autofahrer, der nur in den Rückspiegel schaut.

Zusammenfassung – und worauf es wirklich ankommt

Wir haben es uns auf die Fahnen geschrieben, Fakten von Fiktionen zu trennen. Für unsere Kunden werden nur solche Kriterien bei der Fondsauswahl herangezogen, die wirklich einen Einfluss auf die Zukunft versprechen. Morningstar Fonds-Sterne und die meisten anderen Fondsbewertungen gehören objektiv nicht dazu. Wie man bei der Vermögensanlage richtig vorgeht, erläutern wir Ihnen gerne in einem ausführlichen Gespräch. Nur so viel an dieser Stelle: sowohl Morningstar als auch Vanguard haben gezeigt, dass die zukünftige Rendite mehr von den Kosten der Fonds abhängt als von der Anzahl der Sterne.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen.