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Ratschläge zur Geldanlage
September 4, 2015

Wie hoch sollte mein Aktienanteil sein?

August war der schwächste Aktienmonat seit 5 Jahren und alle bedeutenden Aktienmärkte verbuchten ein deutliches Minus. Ein guter Zeitpunkt für die Frage, wie hoch eigentlich der Aktienanteil im Depot sein sollte. Die wichtigste Anlageentscheidung ist schließlich wieviel man in Aktien und wieviel in Anleihen investiert. Langfristiger Vermögenszuwachs läuft über Aktien, während Anleihen für die Stabilität zuständig sind. Die Frage welcher Fonds zu kaufen sei oder ob Aktien in USA oder Europa zu bevorzugen seien, ist eigentlich zweitrangig. Nur wie entscheidet man, was das richtige Verhältnis von Aktien zu Anleihen ist? Wir wollen hier kurz erläutern, an welchen Kriterien man seine Entscheidung festmachen kann.

Eine einfache Faustregel

Zwei Aspekte sind bei der Entscheidung über die Anlageaufteilung besonders wichtig. Einmal Ihr eigenes persönliches Risikoprofil, d.h. wieviel Kursschwankungen Sie bereit sind zu ertragen ohne Ihren Anlageplan im falschen Moment der Panik über den Haufen zu werfen. Eine gute Faustregel lautet: der Aktienanteil sollte maximal das Zweifache Ihrer Verlusttoleranz sein. Beispiel: wenn Ihr Depot maximal um 15% im Jahr fallen sollte, dann darf der Aktienanteil auch nur maximal 2 x 15% = 30% betragen, weil Aktien, wie wir in 2008 erleben durften, die Unart haben, alle paar Jahre Kursrückgänge um 50% zu erleiden. Wer allerdings glaubt Anleihen mit 1% Rendite pro Jahr seien der Weg um langfristig Vermögen aufzubauen und die Inflation zu schlagen, der unterliegt einem Irrtum…

Bewertung ist der Schlüssel zum Erfolg

Der zweite Aspekt, der für die Entscheidung über die Anlageaufteilung eine wesentliche Rolle spielt, ist die Frage der Bewertung. Die Rendite bzw. das Risiko einer Vermögensanlage ergibt sich primär aus der Bewertung. Konkret: ist die Bewertung zum Kaufzeitpunkt niedrig, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer langfristig überdurchschnittlichen Rendite hoch und umgekehrt. Wo stehen wir heute? Wie sieht die Bewertung von Aktien relativ zu Anleihen aus? Vergleicht man die Dividendenrendite des europäischen Aktienmarktes (MSCI Europe) mit der Verzinsung europäischer Staatsanleihen, so befinden wir uns heute in der Nähe des Allzeithochs was die Attraktivität von Aktien gegenüber Staatsanleihen anbelangt. Zurzeit ist die Dividendenrendite ca. 2,4% Prozent über der Verzinsung der europäischen Staatsanleihen. Grundsätzlich sagt dies NICHTS darüber aus wohin Aktien sich kurzfristig bewegen werden. Dennoch kann man als langfristiger Anleger daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass Aktien relativ zu Staatsanleihen heute deutlich attraktiver sind als sie es zu fast jedem anderen Zeitpunkt in den letzten 100 Jahren waren.

MS FH

Zusammenfassung

Die Aktien-Anleihe-Mischung richtig hinzubekommen ist die wichtigste Entscheidung für Anleger – und dabei der Versuchung zu widerstehen, sein Heil in alternativen Anlagen zu suchen, nur weil einem die Renditen bzw. Risiken in Aktien und Anleihen nicht gefallen. Nur zu oft finden wir in Depots unsinnige Anlageprodukte wie z.B. Prokon Genußscheine, geschlossene Fonds oder Rohstoffe, die einzig und allein deswegen gekauft wurden, weil Anleger versucht hatten, Alternativen für Aktien und Anleihen zu finden. Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: wer sein Vermögen auf Staatsanleihen, Aktien und Immobilien aufteilt, ist bereits optimal aufgestellt und braucht eigentlich keine anderen Anlagekategorien. Die Notwendigkeit alternativer Anlageformen ergibt sich einzig aus der Notwendigkeit der ‘Berater’ sich zu profilieren und Gebühren zu verdienen, aber einer empirischen Prüfung halten sie in der Regel nicht stand.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er bei den aktuellen Kursschwankungen sich Gedanken zu seiner Vermögensanlage macht. Wichtig ist es daher einen langfristigen Anlageplan zu haben, der sich daran ausrichtet, welche Lebensziele man erreichen möchte. Dieser Anlageplan sollte Ihre Fähigkeit und Bereitschaft reflektieren Risiken einzugehen. Wir zeigen Ihnen gerne in einem ausführlichen Gespräch, wie man einen langfristigen Anlageplan erstellt.

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