Research

Ratschläge zur Geldanlage
November 28, 2016

Wie Kinder den Umgang mit Geld lernen können

Neben der Frage „Wo heute anlegen?“ interessiert viele Kunden und Bekannten, wie man Kindern den richtigen Umgang mit Geld vermitteln sollte. Hier geht es nicht so sehr um die Geldanlage selbst, sondern vielmehr darum, wie Kinder lernen können, verantwortungsvoll mit dem Thema Geld aufzuwachsen. Als Vater zweier Töchter ist dies auch für mich eine sehr wichtige persönliche Angelegenheit.  Wir haben hier unsere Erfahrungen aus Kundengesprächen und privaten Lernprozessen aufgeschrieben – über Fragen und Anregungen würden wir uns sehr freuen.

Reden Sie darüber!

Wie sollen Kinder über unsere Vorstellungen zum Thema Geld lernen, wenn wir selbst nicht darüber sprechen? In Deutschland ist aber nur allzu häufig das Thema Geld tabu. Selbst unter Erwachsenen oder gar Eheleuten wird in Deutschland nicht gerne über Geld gesprochen. Warum aber nicht? Demystifizieren Sie das Thema, indem Sie es als normalen Teil der Erziehung wahrnehmen und darüber unaufgeregt reden. In der Schule wird schließlich nicht über das Thema gesprochen (leider) und daher müssen wir Eltern schon selbst für die notwendige ‚Ausbildung‘ sorgen.

Wir sollten auch nicht dem Fehler verfallen, unseren Nachwuchs unnötig zu Infantilisieren – so als ob Geld etwas Schlechtes sei und man den Kindern etwas Gutes tun würde, indem man das Thema verschweigt. Geld ist ein nun einmal ein essentieller Bestandteil unseres Lebens im 21. Jahrhundert und je früher Kinder damit lernen normal umzugehen, desto besser für sie.

Warum darüber reden?

Über Geld reden heißt Werte vermitteln. Geld ist für viele Leute erst einmal etwas Abstraktes und sie wissen nicht, wie sie sich dem Thema nähern sollen. Dabei geht es beim Thema Geld im Rahmen der Erziehung eigentlich nur darum, herauszufinden, welche Werte für uns Eltern eine Rolle spielen und wie wir diese an unsere Kinder weitergeben.

Werden Sie pro-aktiv, denn wenn Sie die Themen nicht ansprechen, Ihre Kinder werden es sicherlich irgendwann tun. („warum kann ich die neuen Nike-Turnschuhe nicht bekommen?“, „warum wohnt XY in einem größeren Haus?“, „warum kann ich nicht mehr Taschengeld haben“?, „müssen wir umziehen, wenn Papa nicht wieder gleich einen neuen Job findet?“, „warum habe ich kein Apple iPhone?“)

Kinder sind auf der Welt um zu lernen. Fragen der Kinder zum Thema Geld sollte uns daher nicht überraschen und wir sollten diesen als Eltern nicht ausweichen. Wenn Sie von einer Frage überrascht werden, fragen Sie selbst erst einmal „Warum stellst Du diese Frage/Wie kommst Du darauf“? Dies verschafft uns nicht nur etwas Zeit zu Nachdenken, sondern hilft auch besser zu verstehen, was der Auslöser der Frage eigentlich ist.

Aber worüber genau reden? Ein paar Hilfestellungen

Wenn wir Eltern fragen, wovor sie am meisten bei der Erziehung Sorge haben, hören wir nur allzu oft, dass sie keine „verzogenen“ Kinder haben wollen. Als Erziehungsziel brauchen wir aber ein positives Leitmotiv und was ist nun das Gegenteil von „verzogen“? Es sind wahrscheinlich 4 Attribute, die alle Eltern für ihre Kinder in irgendeiner Form wünschen, damit diese geerdet aufwachsen: Großzügigkeit, Neugierde, Geduld und Ausdauer. Bei der Durchsicht dieser 4 Werte fällt uns immer wieder auf, wie sehr diese auch über das Thema Geld konkret vermittelt werden können. Nochmal: „Geld“ ist nicht zentral, sondern ein weiteres Mittel zum Zweck bei der Erziehung. In der folgenden Tabelle haben wir ein paar Beispiele aufgelistet, wie sich diese Werte über Fragen des Geldes erschließen.

WerteUmsetzung
GroßzügigkeitKinder imitieren oft die Eltern. Deswegen sollten Eltern selbst offen darüber reden, wie und warum sie geben bzw. spenden.
NeugierdePerspektiven öffnen. Kindern vermitteln, dass wir mehr haben als 99% der Weltbevölkerung, aber nicht immer mehr als alle in der Klasse. Hintergründe erläutern.
GeduldKind wünscht: iPhone, Puppe, Ohrring, Kleidung… Taschengeld ist ein Mittel für Kinder, um zu lernen, wie man Geld ausgibt und für etwas Größeres spart. Es gibt eben nicht immer alles sofort – eine wichtige Erfahrung.
AusdauerKinder zu Hausarbeit anzuregen hilft eigene Wertschätzung zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Montessori hat z.B. eine Liste welche Tätigkeiten Kinder in einem bestimmten Alter übernehmen können. Warum nicht dafür belohnen? Die logische Verbindung, dass man für Geld erst einmal etwas tun muss, bevor es verfügbar ist, kann sonst kaum entstehen.

Grundsätzlich ist es der einfachste Weg Kinder diese wichtigen Konzepte beizubringen, indem man Möglichkeiten schafft, diese bei finanziellen Entscheidungen einzuschließen. Sprechen wird durch Nachahmen gelernt, bei Verhaltensmustern ist es genauso. Dabei werden Kinder Fehler machen, aber dies gehört zum Lernprozess dazu.

Zusammenfassung

Keine Frage, das Thema Geld ist kompliziert. Schlimmer noch, es ist emotional. Erschwerend kommt hinzu, dass wohl nichts emotionaler ist als unsere Kinder! Es hilft aber alles nichts, wir sollten das Thema mit den Kindern durchgehen, wenn wir wirklich das Beste für sie wollen.

Wir können hier die Fragestellung „wie Kinder den Umgang mit Geld lernen können“ nur kurz anreißen. Falls Sie Fragen haben, wir helfen gerne weiter. Falls Sie sich in das Thema etwas einlesen wollen, es gibt viele hervorragende Bücher hierzu. Uns hat sehr gut gefallen „Die Verwöhn-Falle: wie man seine Kinder zu verantwortungsbewussten und glücklichen Menschen erzieht“ von Ron Lieber. Im Original lautet der Titel „The opposite of spoiled“, was wir eigentlich viel besser finden. Denn letztlich ist dies doch das Ziel, das viele Eltern erreichen möchten?

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