Research

Ratschläge zur Geldanlage
January 26, 2016

Wie man erfolgreiche Fonds im Voraus erkennt

Welcher Anleger würde nicht gerne in Vorhinein wissen, welche der zigtausend in Deutschland angebotenen Fonds langfristig zu den Top Performern gehören werden? Ist sowas überhaupt möglich? Die Antwort wird viele Anleger überraschen. Es gibt ein einfaches Kriterium, das bisher mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit glänzte. Nur leider erfüllt fast keins der Verkaufsspitzenreiter in Deutschland dieses Kriterium

Der Schlüssel zum (Anleger-)Erfolg

Nicht die Vergangenheitsperformance der letzten Jahre (hier), nicht die Zahl der Morningstar-Sterne (hier) und auch nicht die Größe der Fonds (hier) ist ausschlaggebend für den langfristigen Erfolg. Wer unsere Anlageratschläge auf diesen Seiten verfolgt, den wird das Ergebnis zahlreicher Studien nicht überraschen: die höchste Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Outperformance haben die Fonds mit den NIEDRIGSTEN KOSTEN. Warum ist das so? Weil langfristig die Kosten eine sehr große Hürde darstellen und damit selbst die gute Leistung einzelner Fondsmanager mehr als aufwiegen. Nicht ohne Grund hat Morningstar festgestellt, dass über einen langen Anlagezeitraum von 10 Jahren weniger als 10% der Fondsmanager die Benchmark Aktienweltindex (MSCI World) schlagen.

Die folgende Tabelle zeigt den Prozentsatz der aktiven gemanagten Fonds, die ihre Benchmark übertreffen (gemessen an einem passiven Indexfonds). Die vorletzte Spalte von rechts zeigt den Prozentsatz der Outperformer, die die niedrigsten Kosten haben (die billigsten 25%). Die Spalte ganz rechts zeigt den Prozentsatz der Outperformer, die die höchsten Kosten haben (die teuersten 25%).

Aus der Tabelle kann man erkennen:

  • Mit der Ausnahme einer einzigen Kategorie hatten die billigsten Fonds immer eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit den Index zu schlagen als die teuersten Fonds.
  • Beim Anlegen gilt also NICHT, dass man ein besseres Produkt erhält, wenn man mehr zahlt.
  • Die Wahrscheinlichkeit den Index zu schlagen sinkt tendenziell über längere Zeiträume. Soll heißen, über einen 10 Jahres Zeitraum ist die Wahrscheinlichkeit zunehmend geringer, dass aktive Fonds einen einfachen und billigen Indexfonds (ETF) übertreffen.

Morningstar2

(Die Zahlen sind für Fonds in den USA, aber für Europa gilt nach unserer Erfahrung der gleiche Trend, da die Kosten immer die Netto-Rendite drücken – je geringer die Kosten, desto besser für Sie als Endanleger am Schluss)

Die Debatte „sind passive Indexfonds besser als aktive gemanagte Fonds“ ist falsch

Die Frage sollte besser lauten: teure Fonds oder billige Fonds? Da in der Mehrzahl der Fälle aktiv gemanagte Fonds aber hohe Gebühren verschiedenster Art verlangen (Ausgabeaufschlag, Performance-Gebühr, jährliche Managementgebühr) und auch sonst hohe Kosten aufweisen (z.B. für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren im Fonds), ist der Kostennachteil gegenüber passiven Indexfonds (ETF) in der Regel so groß, dass die meisten Privatanleger besser mit Indexfonds aufgehoben sind.

Wir raten durchaus zu aktiven Fonds, wenn neben gutem Management auch noch eine niedrige Kostenstruktur vorliegt.  Wer für einen aktiv gemanagten Fonds dagegen 5% Ausgabeaufschlag, 10% Performance-Gebühr und 1,5% (oder mehr) jährliche Verwaltungsgebühr zahlt, der darf sich nicht wundern, wenn für ihn unter dem Strich eine enttäuschende Rendite übrigbleibt. Leider sind diese hohen Kosten nicht aus der Luft gegriffen, sondern entsprechen den aktuellen Gebühren eines der am meisten vertriebenen Fonds in Deutschland.

Warum landen dann aber so oft teure Fonds in Kundendepots?

Anleger erwarten selbstverständlich von ihrem Berater, dass ihnen die erfolgversprechendsten Fonds empfohlen werden. Schaut man sich aber die Listen der am meisten verkauften Fonds in Deutschland an (hier), so findet man meistens Fonds, die eine sehr hohe Gebührenstruktur aufweisen – obwohl alle Studien doch zeigen, dass Fonds mit hohen Kosten langfristig eine geringe Chance haben, einen einfachen Indexfonds zu schlagen. Wieso empfehlen also viele Berater Fonds, die nachweislich nicht im Interesse der Kunden sind? Weil die meisten ‚Berater‘ über Provisionen bezahlt werden – die Fonds verlangen also hohe Gebühren, damit sie dann den Vertrieb (=Berater) dafür entlohnen können. Der Interessenkonflikt ist offensichtlich. Es liegt an den Kunden selbst, auf ein anderes Bezahlmodell zu setzen, das diesen Interessenkonflikt ausschaltet. Das Honorarmodell ist nach unserem Dafürhalten eine gute Alternative, weil es die Produktberatung von der Bezahlung trennt.

Wie gehen wir vor?

Bei unseren Selektionsprozess ziehen wir die Grenze bei 1,0% Fondsgebühren pro Jahr – alles was darüber liegt, kommt nicht in die engere Wahl. Erfolgsabhängige Gebühren oder sonstige versteckte Gebühren sind ebenfalls K.O. Kritieren. Im Durchschnitt liegen bei unseren Kunden zurzeit die Fondsgebühren im Bereich von nur 0,1%-0,5%. Tendenz sinkend.

Warum reiten wir mit so vielen Kommentaren auf dieser Webseite auf dem Thema ‘Kosten’ herum? Weil Anleger dieses Thema sträflich vernachlässigen, obwohl die Kostenseite so einfach direkt zu beeinflussen ist und gleichzeitig eine so große Bedeutung für die Netto-Rendite hat. Merke: wir können die Kosten und die Qualität Ihrer Anlage steuern, aber wir haben keinen Einfluß darauf, wo der DAX am Jahresende stehen wird.

Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr Vermögen nach modernen Grundsätzen angelegt werden kann, setzen Sie sich mit uns Kontakt. Wir nehmen uns Zeit für Sie.

Morningstar Magazine August/September 2015

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen.