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Ratschläge zur Geldanlage
May 11, 2015

Wie sicher ist der ‚sichere‘ Teil Ihrer Vermögensanlage?

Eine klassische Vermögensaufteilung beinhaltet neben Immobilien noch Aktien und Anleihen – aber gerade Anleihen sind heute deutlich riskanter als dies gemeinhin angenommen wird. Staatsanleihen haben traditionell zwei Funktionen in einem Portfolio, die sie aber heute kaum noch erfüllen: (1) Rendite – nach Inflation ist diese in den meisten Fällen negativ und (2) Stabilität – Anleihen sind heute sehr anfällig für Zinsänderungen und weisen damit deutliche Kursschwankungen auf.

Gerade konservative Anleger, die in der Vergangenheit viel in festverzinsliche Wertpapiere wie deutsche Staatsanleihen investiert hatten, müssen umdenken. Es gibt Alternativen zu traditionellen Staatsanleihen. Welche Vor-und Nachteile diese aufweisen, erläutern wir Ihnen gerne in einem ausführlichen Gespräch.

Ist 5% Verlust in 2 Wochen noch ‚sicher‘?

Am 20. April 2015 betrug die Verzinsung einer 10-jährigen deutschen Staatsanleihe 0,07% (kein Druckfehler). Am 7. Mai, lag die Verzinsung bei 0,60%. Für einen Anleger bedeutet dies ein Verlust von 5,1% (steigende Zinsen = fallende Anleihekurse). Um diese Verluste zu kompensieren, muss man viele Jahre bei einem Zins von 0,07% warten – genauer gesagt 73 Jahre (was bei einer Anleihe mit 10-jähriger Laufzeit ein gewisses Problem darstellt).

Unbenannt faz

Was ‚sicher‘ ist, richtet sich alleine nach der Bewertung

Sicherheit ergibt sich NICHT aus der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Anlageklasse, sondern alleine aus der Bewertung. Staatsanleihen oder stabile Dividenden-Aktien wie Nestlé sind nicht per se ein ‚sicheres‘ Investment – wer zu teuer kauft, der endet dennoch mit einer riskanten Anlage.

Unterschied zwischen Vermögensverwaltung und Marktprognosen

Was ist die Aufgabe einer soliden Vermögensverwaltung? Es geht nicht darum, ständig Marktprognosen abzugeben, sondern Zweck einer Vermögensverwaltung sollte es sein, Kunden zu helfen ihre  persönlichen Ziele zu erreichen. Wer die Vermögensverwaltung so definiert, geht an die Frage “sollte ich heute Anleihen kaufen oder nicht” ganz anders heran. Die Entscheidung hängt dann nämlich nicht davon ab wie gut ich die zukünftigen Zinsen erraten kann, sondern allein von der Frage ob Anleihen helfen, dem Anlageziel des Kunden näher zu kommen. Wenn ein Kunden z.B. mindestens einen Inflationsausgleich anstrebt oder sogar einen langfristigen Wertzuwachs, dann sind festverzinsliche deutsche Staatsanleihen heute ein ungeeigneter Baustein der Vermögensanlage, weil die Verzinsung unterhalb der aktuellen Inflationsrate liegt.

Welche Rolle bleibt dann noch für Staatsanleihen bei der Portfoliokonstruktion?

Die Finanzbranche wirbt damit, dass Staatsanleihen im Wert steigen, wenn Aktien fallen und damit eine wichtige defensive Rolle spielen – wie zuletzt auch in 2008 geschehen. Doch wie so oft handelt es sich hier um eine selektive Dateninterpretation, nicht um ein Naturgesetz. Es ist richtig, dass Anleihen sich meistens gegenläufig zu Aktien verhalten – aber dies stimmt nur für die Zeit von 1998 bis in die jüngste Vergangenheit. Wer glaubt, dass auch in der Zukunft sich Anleihen zu Aktien ähnlich wie in den letzten Jahren verhalten, der bewegt sich auf recht dünnem Eis. Von 1966 bis 1997 war nämlich schon einmal genau das Gegenteil der Fall (sogenannte positive Korrelation – siehe hier). Sollte ein ähnliches Szenario eintreten, dann wäre der optimale Anteil von Staatsanleihen in einem Portfolio deutlich niedriger als heute noch angenommen wird.

Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie bei Ihrer Vermögensanlage Risiken vermeiden und dennoch Ihre persönlichen Ziele erreichen können.

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